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Kundencheckliste Oberflächennahe Geothermie

Die oberflächennahe Geothermie nutzt die im Erdreich gespeicherte Wärmeenergie, die ganzjährig in relativ konstanter Temperatur zur Verfügung steht. Besonders effizient arbeitet das sogenannte Wasser-Wasser-System. Dabei wird Grundwasser als natürlicher Energieträger genutzt – nicht als Verbrauchsgut, sondern als kontinuierlich nachströmende Wärmequelle.

Bereits ab wenigen Metern Tiefe herrschen nahezu konstante Temperaturen. Über einen Förder- oder Saugbrunnen wird Grundwasser entnommen und einer Wärmepumpe zugeführt. In der Wärmepumpe wird die enthaltene Umweltenergie mithilfe eines thermodynamischen Prozesses auf ein höheres Temperaturniveau angehoben. Diese gewonnene Wärme steht anschließend für die Gebäudeheizung, die Warmwasserbereitung und – je nach Auslegung – auch für Kühlzwecke zur Verfügung.

Nach dem Energieentzug wird das abgekühlte Wasser nicht verbraucht, sondern über einen oder mehrere Schluckbrunnen wieder in den Grundwasserleiter zurückgeführt. Dadurch bleibt der natürliche Wasserkreislauf erhalten. Die Anlage arbeitet in einem geschlossenen Nutzungssystem, bei dem das Grundwasser ausschließlich als Energieträger dient.

Ein fachgerecht ausgelegtes Wasser-Wasser-System zeichnet sich durch eine sehr hohe Effizienz (hohe Jahresarbeitszahlen), stabile Betriebsbedingungen und eine lange Lebensdauer aus. Voraussetzung sind eine ausreichende Grundwasserverfügbarkeit, geeignete Wasserqualität sowie eine fachgerechte Planung von Saug- und Schluckbrunnen. Durch die konstanten Quelltemperaturen arbeitet dieses System in der Regel effizienter als luftbasierte Wärmepumpenlösungen.

Die oberflächennahe Geothermie eignet sich sowohl für Neubauten als auch für viele Bestandsgebäude. Sie bietet eine langfristige, nachhaltige und vor Ort emissionsfreie Wärmeversorgung und stellt eine zukunftssichere Alternative zu fossilen Energieträgern dar.

FAQ – Oberflächennahe Geothermie (Wasser-Wasser)

Die häufigsten Fragen zu Planung, Genehmigung und Betrieb im Überblick

Momentaufnahmen

Bilder aus allen Bereichen unserer Praxis



Technischer Ablauf oberflächennahe Geothermie

Schritt für Schritt erklärt

1
Vorgespräch & Standortprüfung
Wir klären die Rahmenbedingungen: Nutzung (Heizen/Kühlen), benötigte Leistung, mögliche Brunnenpositionen, Abstände sowie Zugänglichkeit für das Bohrgerät. Erste Einschätzung zur Grundwasserführung und zu möglichen Risiken (z. B. Verockerung).
2
Genehmigung & Planung
Wasserrechtliche Anzeige/Genehmigung, Abstimmung mit Behörden und die technische Planung: Saugbrunnen, zwei Schluckbrunnen, Leitungswege, Einbautiefen, Materialien sowie Schutzmaßnahmen (Abdichtung/Tonsperre, Brunnenkopf).
3
Baustellenvorbereitung
Zufahrt, Stellfläche und Arbeitsbereich werden vorbereitet. Strom (230 V/400 V je nach Setup) und Frischwasser stehen bereit. Bohrpunkte werden eingemessen und abgesichert.
4
Bohrung Saugbrunnen
Abteufen bis in den wasserführenden Bereich. Das Bohrgut wird laufend beurteilt, um Schichtenfolge, Korngrößen und Wasserzutritte sicher zu erkennen.
5
Ausbau Saugbrunnen (Filter, Kies, Abdichtung)
Einbau der Brunnenverrohrung und Filterstrecke im passenden Horizont. Ringraumverfüllung mit abgestimmtem Filterkies, optional Abdichtung (Ton/Bentonit), Schutz vor Oberflächenwasser und hydraulischen Kurzschlüssen.
6
Bohrung Schluckbrunnen 1
Erstellung des ersten Schluckbrunnens. Ziel ist eine zuverlässige Rückführung des Wassers mit guter Versickerungsleistung und stabilem Brunnenausbau.
7
Bohrung Schluckbrunnen 2
Erstellung des zweiten Schluckbrunnens zur Betriebssicherheit und besseren Hydraulik. So kann die Rückführung gleichmäßiger erfolgen und die Anlage stabiler laufen.
8
Entwicklung / Klarpumpen
Alle Brunnen werden entwickelt (z. B. Pumpen/Impulsieren), bis das Wasser klar und sandfrei gefördert bzw. stabil versickert wird.
9
Pumpversuch & Funktionsprüfung
Messung von Förderleistung, Absenkung und Wiederanstieg sowie Prüfung der Schluckfähigkeit. Das liefert die Grundlage für die sichere Auslegung und den späteren, störungsarmen Betrieb.
10
Wasseranalyse (falls erforderlich/vereinbart)
Bei Bedarf Beprobung relevanter Parameter (z. B. Eisen/Mangan, pH, Leitfähigkeit), um Ablagerungsrisiken zu beurteilen und die Anlagentechnik passend auszulegen.
11
Leitungsführung & Anbindung an die Haustechnik
Verlegung der Leitungen (PE), ggf. Schutzrohre, Hauseinführung, Armaturen/Filter (je nach Konzept) sowie die Anbindung an Wärmepumpe und Technikraum.
12
Inbetriebnahme & Einregulierung
Einstellung der Volumenströme, Kontrolle der Betriebsdrücke und der Rückführung. Ziel: effizienter Betrieb, stabile Temperaturen und zuverlässige Versickerung.
13
Dokumentation & Übergabe
Übergabe aller relevanten Daten: Ausbau (Verrohrung/Filter/Kies/Abdichtung), Messwerte aus Pumpversuch, Lage/Einbautiefen, Empfehlungen zur Wartung sowie Hinweise zum langfristig sicheren Betrieb.

Ergebnis: Ein technisch sauber aufgebautes Wasser-Wasser-System mit definiertem Brunnenausbau, geprüfter Leistungsfähigkeit und nachvollziehbarer Dokumentation – als Grundlage für einen effizienten und langlebigen Wärmepumpenbetrieb.


Adresse
Ambergauer Brunnenbau
Stormstrasse 8
31167 Bockenem
Telefon
05067 - 249448
Mo–Fr erreichbar
Öffnungszeiten
Mo–Do: 08:00–16:00 Uhr
Fr: 08:00-13:00 Uhr
E-Mail
info@ambergauer-brunnenbau.de
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